Bayerischer Wirbelwind – Bayrischer Kabarettist Nepo Fitz bietet geniale Vorstellung

Ein echt bayrisches Schmankerl bekamen die Gäste beim Folktreff mit dem mehrfach preisgekrönten, bayrischen Kabarettisten Nepo(muk) Fitz und seiner Band serviert. In einer perfekten Mischung aus Musik, Wortwitz und Schauspielerei lieferte der 30-Jährige eine furiose Vorstellung von der sich das Publikum im vollbesetzten Stadthallen-Foyer restlos begeistert zeigte.Gleich zu Beginn geht Nepo Fitz in die Vollen und stellt am Klavier mit „Great Balls of Fire“ unter Beweis, dass er es auch musikalisch richtig gut drauf hat.

Geballter Wortwitz ohne Tabus, dazu tolle Musik - Bild: Friedrich
Geballter Wortwitz ohne Tabus, dazu tolle Musik – Nepo Fitz zeigte alle Facetten bester Unterhaltung bei seiner Vorstellung im Folktreff. Bild: Friedrich

Perfekte Unterstützung erfährt er hier von den Bandkollegen Sascha Schreiner (Bass), Udo von Gössele (E-Gitarre) und seinem Vater Ali Kahn (Schlagzeug), die er einschließlich Vater, alle im Fratzenbuch (Facebook) kennen gelernt hat.

Wort- und gestenreich schildert Nepo Fitz seinen Werdegang nach dem 14-Punkte-Lebensplan des LBS-Beraters, infolgedessen er zum spießigen Eigenheimbesitzer einschließlich „Drei-Millimeter-Rasen“ und „polierten Gartenzwergen“ in einer bayrischen Vorstadtsiedlung mutiert. Er powert sich aus als die „Sex-Machine“ in Fell-Hausschuhen oder geht auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Gedrängt von seiner Partnerin, deren biologische Uhr nur tickt, während seine eigene nachgeht, unterwirft er sich den grausamen Zwängen der Vorstadt.

Zum Schreien komisch ist Fitz als patrouillierender „Siedlungscowboy“ zur Melodie „Spiel mir das Lied vom Tod“, wo er schaut, dass es auch „passt“ in der Nachbarschaft. Von einer Sekunde zur anderen schlüpft Nepo Fitz in eine andere Rolle, verstellt seine Stimme und schöpft aus seinen vielseitigen (von der Mutter vererbten) komödiantischen und musikalischen Talenten. Irgendwann macht er dann Schluss mit der „Rama-Idylle“ und genießt das Alleinsein.

Doch bald schon sucht er „befreit von allen Regeln der Rechtschreibung“ seine Traumpartnerin via Internet. Als freier Mann verfasst Nepo Fitz SMS mit „Faustschen Dimensionen“ und simst sie seiner Traumfrau „direkt ins Gesicht“. Da sie ihn platonisch liebt, wäscht er sich vorsichtshalber mal überall. Bald muss er jedoch lakonisch feststellen: „Mann mit Zukunft und Frau mit Vergangenheit gleich Problem in der Gegenwart“. Die Erkenntnis „Ohne Frauen würden wir Männer noch immer in Höhlen sitzen und rohes Fleisch essen“ und sein lapidares Geständnis „Ich bin eine Ein-Mann-Heuschreckenplage“ verstärken die Sympathien für den Tausendsassa Fitz nur noch.

Kein Wunder, dass das Publikum angesichts des unglaublichen Wortwitzes und der tollen Leistung der brillant co-agierenden Band total aus dem Häuschen ist und lautstark Zugaben fordert. Nach zwei Stunden Top-Unterhaltung ging ein Musikkabarett-Abend der Extraklasse zu Ende.

Veröffentlicht unter Nepo Fitz ist Nepo Fitz | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Bonndorf: “Großartige” Kleinkunst beim Folktreff


“Großartige Kleinkunst” beim Folktreff

Nepo Fitz in Bonndorf / Mischung aus hartem Sound und tiefgängiger Kritik.

Kerniger Rock und schonungslose Aufklärung über das Vorstadtbürgertum standen im Mittelpunkt des Rockkabaretts mit Nepo Fitz und seiner Band. Quelle: Badische Zeitung

Kerniger Rock und schonungslose Aufklärung über das Vorstadtbürgertum standen im Mittelpunkt des Rockkabaretts mit Nepo Fitz und seiner Band. Quelle: Badische Zeitun

BONNDORF. Richtig krachen ließ es Nepo Fitz bei der Folktreff-Veranstaltung am Freitag – sowohl in musikalischer Hinsicht mit exzellenter Rockmusik als auch in kabarettistischer Hinsicht, wie er schonungslos allgegenwärtige Spießbürgerfassaden zum Bröckeln bringt.

Zynisch und tiefsinnig, polternd und witzig nimmt sich der bayerische Kabarettist all dieser selbst ernannten Siedlungscowboys an, die sich redlich um Ordnung und das Einhalten ihrer eigens erstellten Regeln bemühen. Das Energiebündel zieht das Publikum im Handumdrehen in seinen Bann.

Nepo Fitz ist ein Allrounder und beherrscht die Klaviatur des Pianos mindestens so hervorragend wie die immense Bandbreite seiner Stimme, gepaart mit frappierender Mimik sowie überzeugender Schauspiel- und Tanzkunst. Dass der Funke zum Zuschauer unvermittelt überspringt, ist sicherlich der außergewöhnlich dynamischen Bühnenperformance geschuldet, die ihresgleichen sucht. Sascha Schreiner am Bass, Udo van Gössele an der Gitarre und Nepo Fitz’ Vater Ali Khan am Schlagzeug tragen ein Übriges zum perfekten Gelingen der Show bei.

Diese Mischung aus hartem Sound und tiefgängiger Kritik am bayerischen 14-Punkte-Lebensplan des gewöhnlichen Neufahrners (Ort bei Freising) dürfte tatsächlich berechtigt sein, als “erstes modernes deutsches Rockkabarett” bezeichnet zu werden und definiert musikalisches Kabarett völlig neu. Nepo Fitz klärt sein Publikum auf: Gerät der ursprüngliche Lebensplan daneben, wenden sich die Herren der Schöpfung frustriert nach Thailand, die Damen nach Kuba. Fitz wittert bereits in der weiblichen Vorliebe für Katzen die Vorstufe zum Kinderwunsch, fühlt sich indes als Tiger, dessen biologische Uhr im Vergleich zu jener der Partnerin nachgeht .

Die Ein-Mann-Heuschreckenplage ersetzt Facebook durch “Fitzbook”, vermutet bei Hitler ein “Hatebook”, in welchem sich Russland als Feind anmeldet und krönt einen jeden Wortschwall mit kernigen Soundeinlagen.

Geradezu schade wäre es gewesen, die angebotenen Ohrstöpsel zu verwenden, denn da hätte man viel verpasst. Zu gutem Rock gehören nun mal kreischender E-Gitarrensound ebenso wie ordentliche Drums. Trotz gelegentlicher Verständnisschwierigkeiten der bayerisch derben Ausführungen erlebten 150 Kleinkunstfreund eine brillante Show und entließen die Künstler nur äußerst ungern: Nepo Fitz ist Nepo Fitz – großartige Kleinkunst.

Quelle: Badische Zeitung, http://www.badische-zeitung.de/bonndorf/grossartige-kleinkunst-beim-folktreff–50691525.html

>>> 111014_FIF_Bonndorf_Badische_Zeitung (Download als .pdf)

Veröffentlicht unter Nepo Fitz ist Nepo Fitz, Presse, Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Nepo Fitz rockt, Ottfried Fischer sorgt für Lacher

Gelungene Mischung aus Comedy, fetzigem Rock und Musikkabarett

Gelungene Mischung aus Comedy, fetzigem Rock und Musikkabarett. Foto: Sussbauer

Live 11! ist eröffnet. Donnerstagabend legte Multitalent Nepo(muk) Fitz, Sohn der bekannten Kabarettistin Lisa Fitz, auf der Bühne in Aiterhofen gleich richtig los. Fetziger Rock, gepaart mit teils derben Wortwitz – das kam bei den rund 500 Zuschauern an. Der gebürtige Eggenfeldener hatte das Publikum auf seiner Seite, nicht allerdings den Wettergott. Doch trotz teilweise strömenden Regens wollten die Zuschauer nicht das Weite suchen. So wurde alles genutzt, was irgendwie Schutz bot und auch Nepo Fitz und seine Bandkollegen trotzten tapfer den Widrigkeiten. Bis zum Auftritt von Ottfried Fischer (unterstützt von den “Sauglocklnläutn”)hatte sich das Wetter wieder beruhigt und das Publikum kam gut gelaunt in den Genuss der tiefgründigen, hinterlistigen bis sarkastischen Anspielungen des 57-jährigen Kabarettisten. Gekrönt wurde das Ganze von dem Gastauftritt von Hans Jürgen Buchner alias Haindling. Dieser spielte die Titelmelodie von “irgendwie und sowieso”, der Erfolgsserie die beiden zum großen Durchbruch verhalf. Dementsprechend herzlich und bewegend war diese Zusammenkunft. So klingt der der 1. Tag des Eventwochenendes aus. Live 11! dauert noch bis Sonntag und hällt noch jede Menge musikalische Highlights bereit. Vorbeikommen lohnt sich. Unser Fotograf hat die schönsten Momente vom Auftakt eingefangen und hier als Diashow hochgeladen. Viel Spaß beim Durchklicken.

 

Quelle: Wochenblatt, http://mobil.wochenblatt.de/nachrichten/straubing/regionales/art1169,58511

>>> 110721_Aiterhofen_Wochenblatt_Nepo Fitz rockt, Ottfried Fischer sorgt für Lacher (Artikel Download als .pdf)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Nepo Fitz blickt tief in die Abgründe der Gesellschaft (Lindenkeller Freising, 06.05.2011)

Freising – Darf man in aller Öffentlichkeit Fäkalsprache verwenden, darf man das Publikum beleidigen, beschimpfen, es zu Spießern erklären? Man darf! Zumindest, wenn man Kabarettist ist und Nepo Fitz heißt.

So richtig aufgedreht hat Nepo Fitz am Freitagabend im Lindenkeller. Foto: Rainer Lehmann

So richtig aufgedreht hat Nepo Fitz am Freitagabend im Lindenkeller. Foto: Rainer Lehmann

Klar, der Auftritt von Fitz und seiner Rockband war laut und schrill, die Texte bisweilen grenzwertig, aber übertrieben geschmacklos oder gar unmoralisch oder ehrenrührig waren sie nicht. Niemand hat empört den Saal verlassen, „Buh“ geschrien oder die Polizei gerufen. Nein, Nepo Fitz, der Sprössling von Lisa Fitz und Ali Khan, war richtig gut am Freitagabend im Lindenkeller, um nicht zu sagen brillant.

Das lag zum einen an einer geschickt in Szene gesetzten Dramaturgie: Die Helden der skurrilen Unterhaltung, allen voran „Papa Khan“ höchstselbst, stiegen in Zeitlupe aus der Versenkung auf, klatschten sich mit weit ausholender Geste ab. Dann ging es Schlag auf Schlag: Fitz gab den dumpf derbleckenden Derwisch, den überkandidelten Intellektuellen, den Musiker und Schauspieler. Er wechselte die Rollen im Sekundentakt, verstellte seine Stimme, ließ tief blicken in die Seele eines jungen Mannes, dem das Schicksal eines Durchschnittsbürgers droht: Schließlich hat er sich in Neufahrn ein Reihenhaus zugelegt, ist dort mit einer Frau eingezogen, die ihn zu ihrem Prinzen auserkoren hat, und schon auf den ersten Blick im Hochzeitsanzug vor sich sah. Frauen sind so, erklärt der junge Mann, sie würden nach dem Schema verfahren „den biege ich mir schon hin“.

Und so findet sich der Stürmer und Dränger, der Möchtegern-Rockstar in Fellhausschuhen wieder, die man sich vorsichtshalber gleich einmal im Partnerlook angeschafft hat. Die Angst steigt in ihm hoch. Sein Gesicht verzerrt sich zu einer Grimasse, und er sagt, er fühle sich wie eine schleimige Reihenhausschnecke. Kaum hat er dem Publikum dieses Rätsel aufgegeben, springt er auf und mimt den „Siedlungs-Django“, der bei den Nachbarn dumdreist nach dem Rechten sieht. Nepo Fitz tut all dies mit Schwung und Elan, der nur noch von der Musik übertroffen wird.

Nach der Pause, ging es richtig zur Sache: Nepo Fitz erschien im Original-Brutalo-„Clockwork Orange“-Outfit inklusive Supensorium („Intimschutz“), trällerte „Singin in the rain“: Und das wiederum verhieß nun nichts Gutes. Der Film „Clockwork Orange“ von Stanley Kubrik gilt bis heute als ebenso schockierender, wie grenzwertiger Angriff auf die moralischen Grundlagen einer selbstgerechten Gesellschaft.

 

Quelle: Münchner Merkur, http://www.merkur-online.de/lokales/freising/nepo-fitz-blickt-tief-abgruende-gesellschaft-1234366.html

>>> 110506_FIF_Freising_Merkur-Online (Artikel Download als .pdf)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Tornado im Kulturhof (Kulturhof Mettenheim, 09.04.2011)

Ein Abend der Extraklasse war angekündigt, ein Abend der Extraklasse wurde geboten. Nepo Fitz und seine Band brachten mit ihrer neuen Rock-Kabarett-Show die Stimmung im Saal des Mettenheimer Kulturhofs zum Kochen.

© OVB. Nepo Fitz und Band hatten Bühne und Publikum im Mettenheimer Kulturhof fest im Griff. Foto lmm

© OVB. Nepo Fitz und Band hatten Bühne und Publikum im Mettenheimer Kulturhof fest im Griff. Foto lmm

Wer bloßes Aneinanderreihen von Gags und Musik oder puren Musikklamauk erwartet hatte, lag gründlich daneben. Vielmehr fegte da ein Tornado über und unter die Bühne, bei dem man nie wissen oder auch nur ahnen konnte, in welche Richtung er sich als nächstes dreht. Nepo Fitz präsentierte sich als temperamentvolles Multitalent, das voller Überraschungen steckt und mit einer spektakulären Bühnenshow seine Zuhörer verblüffte.

Es beginnt mit Vangelis’ Titelmusik zu “Conquest of Paradise”, dazu kündigt eine Stimme aus dem Off den “lustigsten Mann des Universums” an, der schon tausende Programme und hunderte von Preisen gewonnen hat – nicht Barack Obama, nicht Hansi Hinterseer, sondern Nepo Fitz. Bescheidenheit hat er nun einmal nicht nötig, denn mit Münchner Szene-Musikern wie Sascha Schreiner am Bass, Markus Schiegl an der Gitarre und Ali Khan als Er- und Schlagzeuger hat er eine Spitzenband an seiner Seite – und damit den Erfolg praktisch schon in der Tasche.

“Wenn da Vata a Depp is, is da Sohn aa a Depp”, meint Ali Khan trocken, als sein Sohn von seinen Beziehungskrisen berichtet. Und wie schwierig das ist, “wenn man nur a bisserl a Frau möcht’, einen aber die Beziehung findet” und man sich gleich mit dem Hafen der Ehe, Schwiegermüttern und Kinderzeugung auseinandersetzen soll, nur weil “die biologische Uhr der Freundin tickt, die eigene aber nachgeht”. “Mir san’ scho seit zehn Jahren miteinander lädiert”, lamentiert er weiter und erkundigt sich beim “obszönen” Publikum, das bis dahin gar nicht wusste, dass es ein solches ist, ob denn “das sich anfangs Z’sammraufen nie aufhört?”

Untermalt von einzigartigen Rock- und Tanzeinlagen zu “Great Balls of Fire” oder “Sex-Machine” in Fellhausschuhen, sucht Fitz die Lösung: In umgedrehten Titanic-Szenen, wo Rose ihren geliebten Jack alias “La Caprio di Mario” mit den Worten “Komm’ runter Du Aff’, die Leut’ schaun scho” von der Reling staucht, im Yin-Yang-Prinzip des Feng Shui, dem Ikea für Arme, beim Frauenliebling Brad Pitt, den sogar Mrs. Rembremerdinger nicht von der Bettkante stößt, und im Internet, wo man erfahren kann, dass man sich bei platonischer Liebe vorsichtshalber überall wäscht.

Schließlich landet Fitz, begleitet von Ennio Morricones “Spiel mir das Lied vom Tod”, als bayerischer “Siedlungscowboy” in einem kleinbürgerlichen Provinznest, wo ein Haus dem anderen gleicht und die “OBI-Shopper ihre Autofelgen mit dem Zahnbürstel reinigen”. In Western-Manier sucht er die Straßen nach Feinden ab, also nach Falsch- oder Zwei-Meter-von-der-Bordsteinkante-weg-Parker oder Anwohnern, die sich nicht an die Mittagsruhe halten.

Bitterböse folgt das Lied vom Eigenheim, in dem ein Mann gnadenlos den Mord an seiner nervigen Familie schildert, ehe Nepo Fitz zur Titelmelodie von “Lovestory” endgültig in das Loch der Einsamkeit fällt.

Mit der Einsicht, dass die Suche nach der eigenen Identität nichts bringt, stürmt das Multitalent dann turbulent in den zweiten Teil des Programms. Im Kostüm des “Alex” aus der legendären Stanley Kubrick-Verfilmung “A Clockwork Orange” zeigt Fitz sämtliche Facetten seines Könnens. Unbeirrbar imitiert er mit unglaublicher Mimik Zeitraffer-Einstellungen, singt, brüllt und tanzt mit ganzem Körpereinsatz.

Und dann darf sich das Publikum in Nepo Fitz verwandeln. “Es gibt nur einen von uns, nämlich mich”, scherzt er. Und: “Werden sie eine Nepo-Fitz-Gesellschaft, sonst sterben wir aus”. Überzeugt von dieser Einigkeit hechtet der Allrounder ein letztes Mal ans Klavier und reißt das begeistert klatschende Publikum mit einer Rock-Jamsession und einer Zugabe von den Sitzen. Ein gelungenes Programm von Nepo Fitz. Und eine gelungene Premiere im Landkreis.

 

Quelle: Mühldorfer Anzeiger, http://www.ovb-online.de/kultur/tornado-kulturhof-1207690.html

>>> 110409_FIF_Mühldorf_Mühldorfer Anzeiger (Artikel Download als .pdf)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

„Nepo Fitz ist Nepo Fitz“ in Weyarn am 02. April 2011: „Lady Gaga auf Bairisch“ (Miesbacher Merkur)

110402_WEYARN_ASTARNBERGER_MERKUR

Veröffentlicht unter Nepo Fitz ist Nepo Fitz | Hinterlasse einen Kommentar

Der raue Rock’n’Roll aus dem Rottal: Ein schweißglänzender Nepo Fitz überzeugt mit „Nepo Fitz ist Nepo Fitz“ (von Michael Grill)

Quelle:
http://kultur-vollzug.de/2011/03/31/der-raue-rocknroll-aus-dem-rottal-ein-schweisglanzender-nepo-fitz-uberzeugt-mit-%E2%80%9Enepo-fitz-ist-nepo-fitz%E2%80%9C/

(von Michael Grill)

Über Nepo Fitz, den Sohn von Lisa Fitz und Ali Khan, wird gern gestritten: Ist er nun der Rohdiamant des Kabaretts, der das etwas in die Jahre gekommene Genre auf völlig neue Art mit der Comedy versöhnt, oder doch der nervige Zappelphilipp, der erst mal die Postpubertät überwinden müsste? Ein Auftritt in Ebersberg mit dem neuen Programm „Nepo Fitz ist Nepo Fitz“ gab darauf viele Antworten – und zwar positive!

In seinen früheren Shows konnte man Fitz quasi beim Heranwachsen zusehen, so dass durchaus die Frage war, was danach Sinnvolles kommen könnte. „Nepo Fitz ist Nepo Fitz“ macht einfach mal halbautobiografisch weiter: Es geht nun um den jungen Mann an der Schwelle zum Familienleben, das Grauen eines verspießerten „settle down and marry“ vor Augen. Fitz ironisiert sich, macht sich zum Superstar mit „8430 Programmen in den letzten zwei Jahren und hunderten gewonnenen Preisen, darunter der Untergradler Pferdeapfel“.

Er ist mit einer formidablen Band unterwegs, dabei am Schlagzeug sein Vater Ali Khan, der offenbar sehr große und kindliche Freude daran hat, mal wieder Drummer in einer richtigen Rock’n’Roll-Band zu sein, auch wenn ihm beim Angebersolo zur allgemeinen Belustigung der Drumstick wegfliegt. Mit ihm steigt der Sohn an diesem Abend des öfteren in die Bütt („Du hast mich doch unter Schmerzen gezeugt“), etwa wenn der Sohn als besoffener Darth Vader den Jazzsänger gibt, und Khan trocken anmerkt: „Wenn Du so weiter machst, beantrage ich offiziell einen Vaterschaftstest.“

Die zwei Stunden Programm sind jedenfalls zwei Stunden Fitz mit Vollgas. Er kann ein Publikum dermaßen anbrüllen, dass es sich bereits nach den ersten zehn Minuten zum Aufstehen von seinen Kaffeestühlchen bewegen lässt – das ist zwar eher Heavy Metal als die zarte Melodie der Hochkultur, doch diese Gabe muss man zu nutzen wissen, ohne dass es peinlich wird.

Fitz schlägt die „Great Balls of Fire“ dermaßen heftig aus dem Klavier, dass es einem Angst und Bange wird. Später tanzt er die „Sex Machine“ in Mega-Fellpantoffeln, hängt schweißglänzend hinter seinem Micro, kniet vor und auf seinem Instrument. Er zeigt es immer wieder: Den Rock’n’Roll und den Boogie-Woogie beherrscht er wie kaum ein anderer seiner Generation.

Das erste Thema, wie gesagt, ist die auslaufende Jugendzeit und der stärker werdende Beziehungshorror. Darth Vader tut hier gute Bühnendienste. Fitz spielt wechselnde Titanic-Untergangsszenarien durch, entdeckt Feng Shui („Ikea für Spirituelle“), schweift mit der Bauernregel („Was ist rot und liegt auf dem Acker“) mit großer Lust ins Zotige und klaut dabei auch mal bei sich selbst: „Sie liebt mich platonisch – ich hab mich vorsichtshalber überall gewaschen.“ Er tanzt die Lady Gaga und kitzelt „Musch-Gesänge“ und ähnlichen Quatsch aus seinem Publikum heraus.

Sein Blick aufs fortgeschrittene Erwachsenwerden hat dennoch einen ernsten Kern. Fitz’ Spott über die sich allmählich festfügende Existenz ist oft böser und treffender, als es in Anbetracht des Bühnenspektakels wirken mag. Aber wenn man gerade dabei ist, die Bitterkeit spüren zu können, hängt er schon wieder im Rock’n’-Roll-Rausch an den Tasten.

Die heikelste Szene des Programms ist Fitz’ Auftritt als Clockwork-Orange-Alex mit einer Gummipuppe und einer Persiflage der Kubrickschen Vergewaltigungsszene. Da geht er hart an die Grenze, denn die Übertreibung von etwas, das bereits im Original so böse ist, kann eigentlich nicht gelingen, und sie gelingt auch hier nicht. Fitz geht dann zu einem superschrägen „Singin’ in the rain“ über, lässt sich selbst den Bühnentod sterben und röhrt als letztes Wort mit Darth-Vader-Stimme: „Ich bin ein Opfer der übersexualisierten Gesellschaft.“ Da weiß das Publikum nicht mehr, ob es nun erschrocken oder nachdenklich sein soll.

Schließlich setzt Fitz einige Nummern über Facebook ans Ende des Abends, denn er habe dort, im „Fratzenbuch“ der digitalen Welt, alle seine Freunde kennengelernt, „einschließlich meinen Vater“. Dieses Thema wirkt, als würde da jemand zu sehr nach dem Mainstream schielen, auch wenn er es nicht unlustig rüberbringt. Wir stupsen uns alle mal an im Saal, denn Privatsphäre ist ein überholtes Konzept.

Viel besser ist Nepo Fitz als Rock’n’Roller der You-Tube-Generation, der mit seinem originalen Passauer Scharfrichterbeil über die Bühne tobt: Ein sympathischer Missbrauch niederbayerischer Kultgegenstände. Auch wenn die am Eingang angebotenen Ohrenstöpsel nur für völlig ungeübte Ohren notwendig sind: Nepo Fitz ist ein echter Kabarett-Rockstar, der allerdings diese Rolle zu sehr durchschaut, als dass er sie je ironiefrei spielen könnte. In der Schlussnummer ist er so sehr drin in der Rampensau, dass er das Wasserglas in seiner Hand für einen kurzen Schreckmoment tatsächlich für sein Micro hält: Bühnenekstase muss was Schönes sein. Und Nepo wäre nicht Fitz, wenn er nicht dem freudig nach Zugabe klatschenden, eher gesetzten Ebersberger Bürgerpublikum nicht noch eine herbe Persiflage als niederbayerischer Cowboy-Breitbeiner mit auf den Weg geben würde: Gemeinsam mit dem Papa geht es um die Qualitäten der Mama. Sagt also doch tatsächlich der Khan zu dem Fitz: „Die davögelst nimma.“ Es weht ein rauer Wind durchs satirische Rottal. Aber er wirkt befreiend.

Weitere Tourdaten auf der Seite von Nepo Fitz: www.tour.nepofitz.com

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar